Tätigkeitsbericht 2014

Mit Kleinausstellungen in drei Vitrinen wurde 2014 an Jubiläen der Pröpste Michael Arneth und Vinzenz Hartl sowie des Kunstsammlers Jakob Joseph Pollak erinnert. Es gab wiederholt Sonderführungen zu halten, u.a. für Bischof Ivo Muser aus Brixen und für eine Exkursion der Saint John’s University Minnesota (USA).

Die international renommierte Düsseldorfer Künstlerin Candida Höfer erstellte Fotoaufnahmen der Stiftsbibliothek und anderer Räumlichkeiten des Stiftes. Bücher aus dem Dublettenbestand wurden für ein Forschungsprojekt der Donauuniversität Krems zur Verfügung gestellt. Prof. Patricia Engel will dabei ein Verfahren zur Rettung von Holzschliffpapieren des 19. Jahrhunderts entwickeln.

Robert Klugseder publizierte nach längeren Aufenthalten in der Stiftsbibliothek den Aufsatz „Mittelalterliche musik-liturgische Quellen aus dem Augustinerchorherrenkloster St. Florian“ (in: Musicologica Austriaca 31/32 (2014), S. 13–82). Edit Anna Lukács edierte in ihrem Aufsatz „Die Meditationes von Thomas Bradwardine“ (in: Mitteilungen des Instituts für österr. Geschichtsforschung 122/2 (2014), S. 301–321) einen Text aus der Handschrift XI 126.

Im Stiftsarchiv hat Friedrich Buchmayr die Katalogisierung und Neulagerung der Nachlässe fortgesetzt. Heuer stand u.a. der Nachlass von Franz Xaver Müller auf dem Programm, bei dem neben vielen Manuskripten auch 2.800 Briefe zu erfassen waren. Einige Reproduktionen aus Müllers Nachlass sind in der neuen Dauerausstellung über Johann Nepomuk David im Instrumentenmuseum Schloss Kremsegg zu sehen.

Das diesjährige Bruckner-Symposion fand vom 2. bis 4. Oktober im Stift St. Florian statt. Für das neu gegründete Klangmuseum in Mexiko (Casa de la Música Viena) waren einige Quellen aus dem Brucknerarchiv zu digitalisieren. Elisabeth Maier und Renate Grasberger präsentierten im Rahmen der „Brucknertage St. Florian“ ihr Buch „Die Bruckner-Bestände des Stiftes St. Florian. Katalog. Teil 1: Das Bruckner-Archiv (Gruppe 1-12)“ (Wien 2014). Am Nachfolgeband wird laufend gearbeitet.

Die Neuordnung und Neuaufstellung der Münzsammlung durch Bernhard Prokisch schreitet weiter voran. Am 2. April wurde das neu gestaltete Anton Bruckner Museum Ansfelden eröffnet, für das neben dem alten Orgelspieltisch der Stiftskirche auch viele Reproduktionen zur Verfügung gestellt wurden.

Am 13. September fand die feierliche Übergabe der einzigartigen Vogelsammlung (mit 349 historischen Präparaten) an das OÖ. Landesmuseum statt, wo sie hinkünftig wissenschaftlich und restauratorisch betreut wird.

Im Juli führte die Firma Kickinger (Unterweitersdorf) die dringend notwendige Begasung der Kaiserzimmer durch. Es waren umfangreiche Begleitarbeiten notwendig. Dutzende Gemälde aus den Kunstsammlungen, die vom Holzwurm befallen waren, mussten in die Kaiserzimmer und später wieder zurück an ihren ursprünglichen Platz transportiert werden.

Das Stift St. Florian war mit Leihgaben an folgenden Ausstellungen beteiligt:
• Fantastische Welten (Frankfurt am Main, Wien)
• Glanz & Glamour, Feiern bei Hofe (Schlosshof)
• 350 Jahre Prinz Eugen (Winterpalais Wien)

Karl Rehberger führte die vor Jahren begonnene Transkription von Archivhandschriften (u.a. des Propstes Johann Georg Wiesmayr) und die Überarbeitung des alten Archivrepertoriums (von Jodok Stülz) fort. Über die Feierlichkeiten zu seinem 80. Geburtstag wird an anderer Stelle berichtet.
Friedrich Buchmayr präsentierte bei den „Brucknertagen St. Florian“ sein neues Buch „Ein Ort von Welt. 13 europäische Reisende erleben das Stift St. Florian“ (vgl. Rezension an anderer Stelle). Der aktuelle, von Friedrich Buchmayr und Johann Holzinger herausgegebene Kunstführer ist in englischer Übersetzung („Augustinian Collegiate Foundation St. Florian“) im Verlag Schnell und Steiner erschienen.